Wie hat mir der zweite Band der Reihe um den zaubernden Schreiner Monty Schuster gefallen?
Etwas mehr als ein Jahr nach dem Erscheinen des ersten Bands, „Der Jarlesplitter“, legt David Kramm nach: „Die Schwerhexe – Die zweite Forschungsreihe des Montreal Schuster“ lässt die Leser wieder in die Abenteuer des zaubernden Schreiners tauchen.
Falls du den ersten Teil noch nicht kennst, würde ich dir raten, damit anzufangen. Zwar gibt der Autor an vielen Stellen kleine Erinnerungsstützen, so dass man theoretisch auch direkt mit Teil 2 einsteigen könnte, aber runder ist das Lese-Erlebnis natürlich mit dem Wissen von Band 1 im Hinterkopf. Außerdem ist „Der Jarlesplitter“ ein großes Lesevergnügen, dass man sich ruhig gönnen kann. (Neugierig? Hier findest du meine Rezi zum „Jarlesplitter“ und hier mein Interview mit dem Autor David Kramm.
Jetzt aber zu Teil 2:
„Die Schwerthexe“ verbindet wie schon „Der Jarlesplitter“ eine coole Urban-Fantasy-Story mit Elementen klassischer Abenteuergeschichten. Ein Segelschiff samt Klabautermann, ein geheimnisvoller Auftrage, eventuell ein Schatz? Dazu eine bunt gemischte Truppe von Abenteurern, einige von ihnen alte Bekannte aus dem ersten Band: Neben dem zaubernden Schreiner Montreal Schuster (genannt „Monty“), treffen wir wieder auf Natascha, Tanya, Raban und Hugo den Klabautermann. Auch Montys Arbeitskollegen und seine Familien haben kurze Auftritte (allerdings bleiben die zu Hause in Köln.)
Der Held Monty ist immer noch gemütlich und eigentlich gar nicht scharf auf Abenteuer. Aber die erste Reise auf dem magischen Forschungsschiff „Falsification“ hat ihm (trotz einiger unvorhergesehener Vorkommnisse) doch so gut gefallen, dass er sich tatsächlich als neuer Schiffshüter hat anstellen lassen. In dieser Funktion begleitet er eine neue Forschungsreise zu einem geheimnisvollen Ort. Vom Beruf Schreiner mit magischen Fähigkeiten, ist Monty natürlich wie geschaffen für einen Posten auf einem alten Segelschiff. Die gefährlicheren Aspekte der Reise hätte er wieder mal lieber ausgeklammert – aber wieder einmal wird er nicht gefragt. Monty ist ein waschechter Held wider Willen. Aber wenn es nötig ist, können seine Freunde und Forschungskollegen natürlich auf ihn zählen. Auch wenn nicht alles, was er versucht, ganz so funktioniert, wie er es sich vorgestellt hat.
Die Welt des Romans ist unsere, aber mit magischen Aspekten. Zauberer und Hexen leben Seite an Seite mit Normalbürgern, halten ihre Fähigkeiten aber bevorzugt aus dem Rampenlicht. Bei großflächigen magischen Entgleisungen kommt eine spezielle Behörde in Aktion: zum Aufräumen von Dingen und Erinnerungen. Allerdings wird im Laufe des Romans angedeutet, dass gewisse Strömungen in der magischen Welt mehr Öffentlichkeit durchaus zugeneigt sind. Ob und wie das zu Konflikten führt, wird sich wohl noch zeigen.
Der Autor erzählt Montys zweites Abenteuer wieder mit viel Augenzwinkern und streut schöne Anspielungen auf bekannte fantastische Werke ein. Der Roman lässt sich angenehm und leicht lesen, die Beschreibungen sind wunderschön – ich verrate jetzt nicht, was und wo. Wie schon im ersten Buch baut sich die Spannung langsam auf und erwischt einen als Leser dann doch eiskalt. Gerade wenn man denkt … aber das verrate ich nicht.
Ich hatte wieder viel Spaß beim Lesen! Eindeutige Lese-Empfehlung für alle Fans von Urban Fantasy und von Helden, die nicht strahlend und siegessicher durch die Welt stiefeln, sondern nachdenklich und zweifelbehaftet.
Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, verweist aber wieder auf einen folgenden Teil. Es geht also weiter! Ich freu mich jetzt schon auf Band 3!
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Soviel zu meinen Lese-Eindrücken. Wenn du jetzt neugierig geworden bist. „Die Schwerhexe“ gibt es (wie auch den „Jarlesplitter“) als Taschenbuch und E-Book überall dort, wo du Bücher kaufst. Oder direkt im Shop des Verlags Realm & Rune, hier.
Ich geh jetzt mal weiterlesen. Die Welt ist voller wunderbarer Bücher! – Und ja, auch weiterschreiben. Schließlich möchte ich dazu beitragen, dass es noch mehr werden!
Bis bald!

