Wie hat mir der dystopische Roman von Tala T. Alsted gefallen?
„Dunkellied“ ist der dritte Roman der Autorin Tala T. Alsted. Ich hatte Tala vor zwei Wochen für ein Interview virtuell zu Gast. Wenn du Lust hast, zuerst etwas über sie zu erfahren, bevor du diese Rezension liest: Das Interview findest du hier. Ich warte solange …
Wieder da? Dann nichts wie los zu „Dunkellied“!
Die Welt:
„Dunkellied“ ist ein spannender dystopischer Roman, der auf einer fiktiven Welt spielt. Die Zeit könnte unsere sein, Technologie und Gesellschaft fühlen sich vertraut an: Es gibt z.B. Handys, Internet samt Social Media und Drohnen. Die Regierungsform ist an eine Demokratie angelehnt, es gibt ein Parteien, Wahlen und freie Meinungsäußerung, allerdings habe nicht alle Einwohner dieselben Rechte. Und genau hier finden wir den dystopischen Aspekt: Die Gesellschaft ist in die „Goldenen“ und die „Grauen“ eingeteilt, bereits kurz nach der Geburt wird entschieden, in welche Kategorie ein Mensch fällt. (Wie genau, verrate ich hier nicht.) Die Goldenen führen ein angenehmes Leben auf der sonnigen Oberfläche ihrer hübschen Insel. Die Grauen leben unter der Erde und sind im Grunde nicht viel mehr als Sklaven im Dienst der Goldenen. Unter dem Mäntelchen einer biologischen Begründung schuften sie für geringe Bezahlung, dürfen nur in Ausnahmefällen nach oben, haben eingeschränkten Zugang zu Informationen und kein Wahlrecht. Kontrolliert wird das ganze von der sogenannten „Grauwache“, die hart durchgreift.
Die Figuren:
Der Roman wird abwechselnd aus Sicht des „grauen“ Sayo und der „goldenen“ Nor erzählt. Die Perspektiven wechseln mit jedem Kapitel, wodurch man einen schönen Einblick in die unterschiedliche Wahrnehmung der Welt bekommt. Zu Sayo baut man schnell eine Verbindung auf und fiebert mit. Nor ist spröder und außerdem Teil des Unrechtsregimes – insofern ist es naheliegend, dass man als Leser emotional erstmal Abstand zu ihr hat. Aber je besser man sie kennenlernt, desto mehr schließt man auch Nor ins Herz.
Die Handlung:
Der junge Musiker Sayo träumt von einem besseren Leben, er möchte hinauf, um die Sonne und die Sterne zu sehen. Als sich eine Möglichkeit dazu bietet, schnappt er zu, auch wenn es sich keineswegs um einen normalen Job, sondern um eine illegale Aktion einer Widerstandsgruppe handelt. Dadurch kreuzt sein Weg den der Polizistin Nor, ein gefährlicher Tanz beginnt. Sayo muss lügen, um nicht aufzufliegen, gleichzeitig beginnt er sich für Nor zu interessieren. Nachdem ihre anfängliche Abneigung verflogen ist, findet auch Nor Sayo anziehend, da er anders ist als alle, die sie kennt. Wenn sie wüsste, dass er ein Grauer ist! Bald wird aus dem Katz-und-Maus-Spiel mehr, und beide müssen sich fragen, wie viel ihres Weltbild aus Vorurteilen besteht. Kann das der Anfang einer Veränderung sein, oder der Schritt in den Abgrund?
Mein Fazit:
„Dunkellied“ hat mir sehr gut gefallen. Die Welt ist detailliert und glaubwürdig gezeichnet, die Autorin schafft es, alle wichtigen Informationen ohne „Info Dump“ zu teilen. Die Hauptfiguren haben beide ihre eigenen Schatten der Vergangenheit, mit denen sie kämpfen müssen. Auch die Nebenfiguren erscheinen rund und interessant. Die Handlung ist von Anfang an spannend, man fiebert mit Sayo mit und beginnt sich bald zu fragen: „Wie kann das nur ausgehen?“ Die Antwort darauf gebe ich hier nicht, nur soviel: Das Ende ist stimmig, schlüssig und ebenfalls rund.
Von mir eine klare Lese-Empfehlung für Freunde von intelligenten Dystopien, die zum Nachdenken anregen, dabei spannend sind und auch etwas „für’s Herz“ haben.
Wenn du jetzt neugierig auf den Roman geworden bist: „Dunkellied“ gibt es als Taschenbuch und E-Book überall im Handel. Wenn du direkt bei der Autorin bestellen möchtest, schau gerne auf ihrer Website vorbei, hier.
Übrigens kann ich auch Talas andere Dystopie, RE-GENERATION, sehr empfehlen. Ihren Debüt-Roman „Lindenherz“ habe ich noch nicht gelesen.
Dieses Blog geht jetzt in die Sommerpause! Bis mindestens Mitte August werde ich mich mehr der Natur widmen als dem Computer.
Sobald es einen neuen Beitrag gibt, findest du natürlich einen Hinweis unter „Aktuelles“ auf meiner Homepage, hier.
(Was ich dir schon verraten kann: Es gibt demnächst auf jeden Fall wieder ein neues Autor*inneninterview und eine Rezension … Ich habe da schon jemanden im Auge …)
Ich wünsch dir einen wunderschönen Sommer!
Bis bald!


Liebe Johanna,
das hast du ja wunderschön geschrieben und du schaffst es tatsächlich spoilerfrei zu bleiben ❤️
Ich freu mich wirklich sehr, ganz lieben Dank für deine Mühe!
Jetzt wünsche ich dir erstmal eine schöne Sommerpause!
Viele liebe Grüße,
Tala
Liebe Tala,
freut mich, dass dir die Rezension gefällt! Das mit dem „wunderschön“ kann ich zurückgeben: Du hast das Buch wunderschön geschrieben! Dann ist es auch leicht, eine schöne Rezi zu schreiben. Dir auch einen schönen Sommer!
Liebe Grüße,
Johanna