"Geisterfall" von Saskia Dreßler

Rezension: Geisterfall

Wie hat mir der Urban-Fantasy-Roman von Saskia Dreßler gefallen?

Vor meiner Sommerpause hatte ich hier auf dem Blog die Autor*in Saskia Dreßler zu Gast (das Interview findest du hier). They hat unter anderem ein bisschen etwas über their Roman „Geisterfall“ erzählt – und ich hatte dir eine Rezension versprochen. Hier ist sie!

 

Das Genre:

Der Roman „Geisterfall“ kombiniert Urban Fantasy mit Krimi-Elementen in einem alternativen Tokyo der 1920er Jahre. Und ja, es kommen auch Geister vor … Man kann das Ganze also getrost als Genre-Mix bezeichnen – und wenn du mich ein bisschen kennst, weißt du, dass ich sowas sehr gerne lese!

 

Die Welt:

Die Geschichte spielt in Tokyo der 1920er Jahre, aber mit einigen Änderungen. Ohne zu viel spoilern zu wollen, gibt es z.B. Putzroboter – angenehm für manche, für die Hauptfigur allerdings ein Problem, weil sie selbst als Putzkraft arbeitet, und die Maschinen eine Konkurrenz für sie darstellen. 

 

Die Hauptfigur:

Als Leser folgt man Sai, einer jungen Frau, die kürzlich vom Land nach Tokyo gekommen ist und sich nun mit einem schlecht bezahlten Putz-Job durchschlägt. Sai ist unsicher: nicht nur, weil sie sich in der großen Stadt zurechtfinden muss, sondern weil es ihr generell nicht leicht fällt, mit Menschen umzugehen. Sie analysiert ständig das Verhalten ihres Gegenüber und dazu ihr eigenes, um ja keinen Fehler zu machen. Dazu hat sie eine sehr kritische Stimme im Kopf, die an kaum einer  Entscheidung ein gutes Haar lässt. Wundert man sich da noch, dass es Sai schwer fällt, sich zu entscheiden? Als Leserin habe ich mir oft gewünscht, einen Arm um Sai legen und ihr sagen zu können: „Du bist ein wirklich liebenswertes Wesen, mach dir nicht so schrecklich viele Sorgen.“ Andererseits zeigt der Verlauf der Geschichte, dass manche ihrer Sorgen durchaus begründet sind (wenn auch aus anderen Gründen, als sie denkt).

Womit wir bei der Handlung wären.

 

Der Plot:

Sais Job ist nicht wirklich anspruchsvoll oder spannend. Letzteres ändert sich jedoch, als sie einen Kunden tot in seinem Haus findet, daneben drei Yokai, japanische Geisterwesen. Als dann noch eine Gottheit auf die Idee kommt, Sai als Vermittlerin zwischen Geister- und Menschenwelt zu rekrutieren, ist Sais Welt endgültig auf den Kopf gestellt: Nicht nur leben die Geisterwesen versteckt in Tokyo neben den Menschen, offenbar hat eines von ihnen nun einen Mord begangen. Und Sai soll helfen, diesen aufzuklären, dabei ist sie selbst gefühlt noch gar nicht richtig in der Großstadt angekommen.

Sai ist hin und her gerissen zwischen ihrer eigenen Unsicherheit samt Sorgen um ihre finanzielle Zukunft und ihrer Neugier, mehr herauszufinden. Dazu meldet sich auch ihr starker Gerechtigkeitssinn. Bald will sie herausfinden, was genau geschehen ist, und warum.

 

Mein Fazit:

„Geisterfall“ ist spannend, besonders durch das doppelte Mysterium: Wer hat den Mord begangen und was hat es mit den Geisterwesen auf sich? Gleichzeitig fühlt man als Leser mit Sai mit, die völlig unfreiwillig in dieses Abenteuer gestolpert ist. Man wünscht sich, dass sie Anschluss und ein wenig Anerkennung findet – und dass sie mit heiler Haut aus der ganzen Angelegenheit herauskommt, denn auch für Sai wird es brenzlig.

 

Besonders ist in diesem Roman auch die Rolle der japanischen Mythologie, die für viele – auch für mich – vermutlich eher unbekannt ist. Saskia Dreßler lässt hier traditionelle Geisterwesen auf eine moderne Gesellschaft treffen, die gerade dabei ist, alles Alte zu verbannen. Konflikte sind also vorprogrammiert.

Am Ende ist – soviel darf ich verraten – der Mordfall gelöst, aber Sai steht erst am Anfang ihrer Reise in die Welt des Übernatürlichen. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Band der Reihe.

 

Von mir daher eine klare Leseempfehlung für Freunde von Urban Fantasy, die in die Welt der japanischen Mythologie eintauchen wollen!

Es gibt übrigens am Ende des Buchs ein Glossar der wichtigsten verwendeten Begriffe, dass für Neulinge wie mich sehr hilfreich war.

 

Wenn du jetzt Lust auf „Geistefall“ bekommen hast: Du bekommst ihn z. B. im Shop des Weltenruder Verlags, hier. Wenn du eine signierte und „Yokai geprüfte“-Ausgabe haben möchtet, kontaktierst du am besten Saskia auf their verschiedenen Plattformen, z.B. Instagram  oder their Website.

 

Sind dir schon mal japanische Geisterwesen untergekommen – in Geschichten, Filmen oder sogar in echt ….? Erzähl es mir in den Kommentaren!

Bis bald!

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